Praxistest ASUS RT-AC68U Wlan Router mit Kindersicherung

Smartphones sind für Kinder magisch; so magisch, dass man über kurz oder lang der Nutzung einen Riegel vorschieben muss.

Ich hab mich aus diesem Grund entschieden, etwas tiefer in die Tache zu greifen und mir einen neuen Wlan Router mit Kindersicherung anzuschaffen. Entschieden hab ich mich für den Asus RT-AC680; Ausschlaggebend für die Entscheidung waren positive Nutzerberichte bei Amazon sowie vernünftige Handbücher, die man auch vor dem Kauf schon lesen konnte.

Der Router funkt im 2,4 und 5 GHz Bereich; das 5 GHz hab ich allerdings nicht zum Laufen gebracht.

Reichweite, Performance

Der Asus funkt gut und zuverlässig, er hat eine bessere Reichweite als mein 2 Jahre alter Buffalo WHR HP 300N. Er funkt und streamt (bei offenen Türen) problemlos über 3 Etagen. Der Buffalo war eigentlich von Anfang an immer am Limit; der Asus dagegen ist schnell; auch die Admin-Konsole im Browser ist Ruckzuck bedienbar. Webseiten laden merklich schneller - das hätte ich nicht erwartet.

Ach ja - der Asus hat endlich ein Gigabit-Ethernet (Kabel); der Buffalo war noch 100Mbit. Jetzt kann ich endlich flott mit meiner Synology Diskstation arbeiten.

Kindersicherung:

Am liebsten wäre mir ein Router gewesen, der eine Zeitsteuerung hat (Nutzung nur in bestimmten Zeitbereichen) sowie eine Volumensteuerung (z.B. maximal 1 Std am Tag). Die Kindersicherung im Asus funktioniert leider nur mit Zeitsteuerung.

Die Zeitsteuerung ist kinderleicht einzutragen; man wählt das Gerät aus (alle Geräte werden per se über ihre MAC Adresse identifiziert und lassen sich mit einem Namen benennen).

Man wählt das Device aus und kann dann per Dragging (gedrückte Maustaste) über die Zeitfenster fahren, um somit die zulässigen Zeitfenster einzutragen.

Bildschirmfoto 2014-12-29 um
14.32.32

Jedes meiner drei Kinder hat so Zeitfenster, die ich mit Ihnen vorher besprochen habe. Ältere Kinder haben größere Zeitfenster als jüngere.

Während der Offline Zeiten ist übrigens das Gerät trotzdem per Wlan verbunden; der Traffic wird aber nur auf das Intranet beschränkt. so hat man zB weiterhin Zugriff auf ein NAS, um Musik zu streamen, sofern man will.

Gastzugang

Außerdem hat der Asus einen Gastzugang; diesen kann man ähnlich einfach aktivieren. (Genau genommen hat der Asus bis zu drei Gastzugänge). Dieser Gastzugang hat auch eine Zeitsteuerung; allerdings nicht Device-spezifisch und nicht so komfortabel wie bei der Kindersicherung: Man gibt einfach die Stunden/Minuten ein; an ab diesem Zeitpunkt zählt der Router wie bei einem Countdown runter. Stellt man also um 13:00 ein Gastnetzwerk mit der Dauer von 45 Minuten zur Verfügung, so ist dieses um 13:45 wieder inaktiv - unabhängig davon, wann sich ein Client verbindet.

 VPN

Der Asus Router kann als VPN Server und VPN Client arbeiten (und beides auch gleichzeitig.)

Beim VPN Server bietet er die Möglichkeit, dass der Router (bzw. das Home- Netz dahinter aus dem Internet (z.B. von der Arbeit pder unterwegs) zugreifbar ist. Das ist ganz schick; so kann man (geschützt) von außen auf sein NAS zugreifen. Asus bietet hierzu einen kostenfreien DDNS Service an; man bekommt unter *.asuscomm.com eine Subdomain zugewiesen. Als VPN Dienste wird OpenVPN und PPTP; letzteres ist sehr unsicher und sollte nicht verwendet werden.

Im OpenVPN Modus kann man die Certificate Authority (CA), Client Zertifikat und - Key angeben.

Bildschirmfoto 2014-12-29 um
15.07.00

Als VPN Client kann sich der Asus selber in ein VPN Netzwerk einwählen. Das ist praktisch, wenn man von allen seinen lokalen Clients aus in ein VPN Netzwerk gehen will. Allerdings exponiert man damit das geschützte ferne VPN Netzwerk in sein lokales Netzwerk.  Jeder, der in sein lokales Netzwerk kann, kommt auch in das VPN. Gestattet man einem Nachbarn per Gastzugang Zugang zum eigenen Wlan, und hat der auf seinem Notebook oder gerootetem Device Schädlinge, dann Mahlzeit. Als VPN Client gibts ebenfalls PPTP und OpenVPN.

USB Freigabe

Der Router hat einen USB3 und einen USB2 Port, übder den sich externe Platten, Sticks, Drucker u.s.w. anbinden lassen.

Die Platten kann man als Medienserver nutzen (DLNA und iTunes Server fähig); außerdem kann man über den AiCloud Service von Asus von unterwegs Zugriff auf diese Devices bekommen. Das ganze AiCloud Geraffel isr leider nicht wirklich gut gelöst - für den Zugang muss man das Router Admin-Konto verwenden. Das ist nicht wirklich gut. Abgesehen davon ist der Zugriff auf Medien von außen sehr langsam (okay - das hat nichts mit USB und AiCloud zutun, sondern liegt am eher bescheidenem Upstream meines Providers). Asus bietet aus diesem Grund die Synchronisation des USB Devices mit Webstorage oder Dropbox an. Ähem - dann brauch ich auch die ganze USB Geschichte nicht.

 Fazit:

Eigentlich alles prima. Schnelles Lan, schnelles Wlan, gute Kindersicherung.

Leider kein Volumenmanager in der Kindersicherung, und die USB Ports sind (für mich) nicht wirklich nutzbar. Dafür ist ein VPN mit an Bord; das erspart mir die Portfreigabe, um von außen an meine Synology zu kommen.

Dei Einführung der Kindersicherung - also Zeitzonen, in denen das Internet funktioniert - war in unserer Familie natürlich mit großen Protesten verbunden. Aber man gewöhnt sich an alles, und nach ein paar Tagen war das für alle OK.

Würde ich es noch mal kaufen?

Nein, ich würde eine Nummer kleiner wählen, z.B. den Asus RT-N66U N900. Der hat für mich die gleichen Funktionen. Zwar kein USB3 (sondern nur USB2), aber mit dem kann ich eh nichts anfangen. Dafür ist er rund 60€  günstiger.

Wenn man Lust hat zu basteln, kann man sich auch einen einfacheren Router mit OpenWRT o.ä. anschaffen und die Kindersicherungen selber in die Firewall u.s.w. eintragen. Mir ist das zu blöd. Ich will was, wo ich nicht nachdenken und auf Fehlersuche gehen muss.

 Nachtrag / Update 1.2.2015

  • Als lästig stellt sich mittlerweile heraus, dass die Kindersicherungsregeln für jedes Gerät einzeln eingetragen werden müssen. Hier wäre es einfacher mit Profilen zu arbeiten, die man dann dem Kind zuweisen ann. Das ist insbesondere hilfreich, wenn man in der Ferienzeit Ausnahmeregeln festsetzen möchte, die man dann zur Schulzeit einfach wieder zurücksetzt. Mit einem Kind mag das alles kein Ding sein, bei mehreren Kindern und mehreren Geräten nervt das.
  • Wo wir gerade dabei sind: Schön wäre es auch, wenn man einfach mal die Kindersicherung für ein Gerät deaktivieren kann, anstelle Ausnahmen in die aktuelle Regel einzutragen.