Friedrichsmoor in der Lewitz
Es ist schon spät am Tag, als wir uns entscheiden, doch noch eine kleine Tour zu machen. Wir fahren erneut in die Lewitz, diesmal nach Friedrichsmoor. Unsere eigentliche Wanderung von 11 Kilometern kürzen wir ab auf 6 Kilometer; wir hoffen, später im Restaurant des Jagdschlosses Friedrichsmoor einen Tisch zu bekommen.
Die Lewitz
Der Name Lewitz stammt aus dem slawischen und bedeutet “wildreiche Gegend”. So muss das auch damals gewesen sein, als im 18.ten Jahrhundert die mecklenburgischen Herzoge hier in Friedrichsmoor erst eine Jagdhütte, dann das heute noch bestehende Jagdschloss erbauten. Und eine Allee von Eichen pflanzten, die auf das Jagdschloss zuführt.
Eben diese Allee ist nun weithin bekannt für die “Baumriesen” - die nunmehr 200 Jahre alten Eichen, die sich mehrere Kilometer lang als Pfad neben einem Kanal, dem “Breiten Graben”, entlang ziehen.

Schuhbaum
Gleich zu Beginn der Wanderung fällt uns ein Baum auf, dessen Stamm bis oben hin mit Schuhen vollgenagelt ist. Zunächst dachte ich, es wäre so eine Art Brauch wie am Ende des Rennsteigs, wo der erschöpfte Wanderer seine Schuhe endlich ausziehen und an den Baum hängen kann. Doch nach Wanderstiefeln sehen die feinen Schuhe nicht aus, und in der Tat handelt es sich um einen alten slawischen Hochzeits-Brauch, demnach die Bräute ihre hübschen Hochzeitsschuhe an den Baum hängen, um damit ihrem Mann die Treue zu schwören.
Aber wieso müssen nur die Frauen dem Mann die Treue schwören?

Die Eichenallee
Unsere Sorge, dass ein gerader Weg irgendwann langweilig wird, ist unbegründet - die Bäume ziehen die Blicke auf sich, kein Baum gleicht dem nächsten. Sie krümmen sich über den Weg und wenn die Abendsonne den Weg durch die Wälder findet, leuchten sich auf.
Schnell gehen wir, denn es ist wieder so ein viel zu kalter Tag im Mai; dicke Mückenschwärme tanzen in den Lichtkegeln.
Am Ende der Eichenallee treffen wir auf den Störkanal; hier gibt es keinen Weg hinüber. Ein paar Paddler ziehen ihre Kanus aus dem Wasser und bereiten sich sich für die Nacht vor; wir wählen den nächsten Waldweg und wandern im Bogen zurück.





Jagdschloss Friedrichsmoor
Das Jagdschloss wurde uns schon von unseren AirBnB Hosts Holger und Peter empfohlen; jetzt treten wir ein. Einen kleinen Platz bekommen wir, dann wird ein größerer Tisch frei. Milli bekommt Wasser und Hundeleckerlis vom Betreiber des Restaurants, und ich bestelle den “Schuss des Tages” - Rehrücken mit gebratenem Spargel.
Satt und müde fahren wir zurück, und um 22:00 sind wir wieder in Poitendorf.

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