In der Elbauen der Lenzer Wische
Fünf Tage, vier Nächte in Lenzwerwische warten auf uns; dieses Jahr wollen wir den Urlaub nachholen, den wir letztes Jahr auf Grund von Corona absagen mussten.
Un d auch dieses Jahr passt es nicht wirklich, doch Moni und ich haben ein paar Tage Auszeit dringend nötig.
Das Ziel ist Lenzerwische oder Lenzer Wische - die Elbwiesen in der Prignitz beim Städtchen Lenzen. Unsere Unterkunft nennt sich Pension am Elbdeich und liegt in Mödlich.
Elbwiesen im Nebel
An großen Ausflügen haben wir keinen Bedarf; Spaziergänge auf dem Deich und den Wiesen genügen uns vollkommen.
Am Morgen erwartet mich Nebel, der die parkähnliche Landschaft verzaubert. Das dichte Gras windet sich wie Seegras auf dem Boden, Brennnesselinseln ducken sich flach dazwischen. Meine angeblich wasserdichten Goretex Schuhe laufen voll Wasser und ich stapfe durch die Landschaft und staune über das Licht und die Eindrücke.
Die Elbwiesen sind ein natürliches Überschemmungsgebiet bei Hochwasser, und je nach Jahreszeit schieben sich dann Eisschollen durch die Landschaft und schlitzen die Rinde der Eichen auf - Eiseichen nennt man die derart gezeichneten Bäume.
Breetz und Löcknitz
Am Nachmittag ist uns nach Kuchen zumute, und wir fahren 10 Minuten mit dem Auto zum nördlich gelegenen Flüsschen Löcknitz. Im dort anliegenden Dorf Breetz, im “Café für Antikes und Schönes” finden wir Platz, und bekommen tollen Kuchen und Kaffee.
Per Zufall entdecken wir noch eine Box mit CDs von Robert Carl Blank, der hier wohl häufiger auftritt.
Zwischen Mödlich und Wootz
Auf dem Elbdeich kann man prima spazieren; wir wandern einmal von unserer Pension zum nahelegenen Dörfchen Wootz und wieder zurück. Der Deich ist etwa 2,50 Meter hoch und eröffnet schöne Blicke über die Landschaft.
Kirche Mödlich
Direkt neben unserer Unterkunft liegt die Kirche Mödlich. Unsere Vermieterin hat einen Schlüssel zur Kirche, also gehen wir mit ihr hinein. Geprägt ist die Kirche vom Wirken des holländischen Admirals Arnold Gijsels, der sich hier niederließ und auch bestattet wurde - allerdings nicht unter der Erde, sondern in Holz-Sarkophargen in einer Gruft bei der Kirche. Nach 250 Jahren waren es die Mödlicher leid, die Särge bei Hochwasser wie Totenboote herumfahren zu sehen, und der Admiral und seine Tochter kamen unter die Erde.
Dömitz
Einen kleinen Ausflug haben wir dennoch gemacht - nach Dömitz. Der Besuch der Festung ist schnell erledigt. Anschließend schlendern wir durch den Ort auf der Suche nach einem Restaurant oder Café, schließlich werden wir im Hafen fündig. Mehr noch als in Lenzen hat man den Eindruck, als wenn Dömitz darauf wartet, wachgeküsst zu werden.
Abschied
Die Tage vergehen schnell. Die Bilder der Elbe begleiten uns nach Hause.


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