Berlin - Kopenhagen Radreise
Tag 1: Spandau bis Zehdenick
Heute ging es los, die Radtour nach Kopenhagen. Gestartet bin ich in Spandau und als Tagesziel vorgenommen hatte ich mir Zehdenick; ich hatte 65 km ausgerechnet, es sind dann aber doch 83 geworden.
Am Vortag hab ich kurzentschlossen noch ein Paar Ortlieb Back Roller Taschen geholt; das Gepäck wollte einfach nicht passen.
Zusammen mit einer Tasche, die direkt auf dem Gepäckträger sitzt, hab ich nun genügend Platz für alle meine Sachen.
Der Weg führt sehr schön zunächst auf dem Mauer Radweg, dann auf dem Havelradweg lang. Man muss sich allerdings erst einmal aus kleinen Städtchen des Berliner Einzugsgebietes - Hennigsdorf, Hohen Neuendorf, Oranienburg herausarbeiten.
Das Städtchen Zehdenick ist hübsch, ich bin untergekommen der Herberge am Dock. Dort bin ich scheinbar der einzige Gast, an den Zimmern kann’s nicht liegen.
Zum Abend hin bin ich dann noch mal kurz aufs Rad gestiegen – diesmal ohne das Gepäck – und bin nach Gransee gefahren. Gransee ist ein mittelalterliches Städtchen mit Stadtmauer und lohnt wirklich den Besuch.




Tag 2: Zehdenick bis Ankershagen
Um 9:00 bin ich bei blauem Himmel losgeradelt. Der Weg führt direkt durch den Ziegeleipark Mildenberg.


Hier wurde führe Ton abgebaut, zu Ziegeln gebrannt und mit Kähnen nach Berlin gebracht. Die durch den Abbau entstandenen Löcher sind dann voll Wasser gelaufen und haben Seen gebildet. (Ähnliche Tümpel und Seen sieht man übrigens auch zwischen Brandenburg und Potsdam bei Ketzin.)
Weiter gehts über Dannenwalde, das auf mich etwas trostlos wirkte. Immerhin gibt es hier eine Radfahrerkirche :-)

Sehr schön dagegen Bredereiche! Sehr schön die Martinskirche mit Nachbildungen der Havelschiffe.


Der Weg geht dann sehr schön, aber auch permanent auf und ab durch das Neustrelitzer Seengebiet. Bei Neu Canow ist auch Schluss mit Asphalt, der Weg geht auf zT sehr schmalen Feldwegen durch Wald und Wiese an den Seen vorbei. Hier muss man viel Zeit einplanen.
Das letzte Stück geht dann am Müritz Nationalpark lang. Auf Asphalt darfan
sich hier auch nicht verlassen. Sehr schön hat mir Kratzeburg gefallen. Mein
Ziel für diese Etappe ist Ankershagen, 10 km nördlich von Kratzeburg. Hier ist
die Quelle der Havel, außerdem stammt Schliemann
Von hier.

Übernachtet hab ich in der Pension Silberschälchen. Der Empfehlung des Wirts folgend habe ich als Vorspeise Hecht und als Hauptgang gebratene Maräne gegessen. Ich hab’s nicht bereut!
Alles in allem war die Etappe heute doch zu lang. 8 Stunden im hügeligem Gelände mit Gepäck schlaucht.
Tag 3: Ankershagen bis Zietzlitz / Krakow
Von den Strapazen des gestrigen Tages leidlich erholt bin ich bei bestem Wetter in Ankershagen gestartet.
Der Weg führt auf einer asphaltierten kleinen Straße wunderschön über Hügel mit Kornfeldern und Mohnblumen vorbei.
Kurz vor der Stadt Waren passiert man das Dörfchen Federow – direkt am Nationalpark gelegen und somit eins von den “Nationalparkdörfern”.
Ab hier geht der Weg direkt durch den Nationalpark bis Waren. Man begegnet einer Unmenge von E-Bike Touristen.
Hinter Waren geht der Weg sehr schön durch einen Kletterwald.
Danach führt der Weg großteils durch Wald (Naturpark Nossentiner Schwinzer Heide) bis Krakow. Ich bin kurz vor Krakow im Gutshaus Zielitz abgestiegen - ein schönes Ambiente!. Nach einer kurzen Pause dann noch ins hübsche Städtchen Krakow am See. Empfehlenswert hier ist de Weg an der Badeanstalt vorbei auf den Jörnbergweg - ein kleiner Werder in Krakower See.






Tag 4: Zietlitz bis Schwaan
Der Abschied vom charmanten Gutshaus Zietlitz fällt schwer. Ich bin mir nicht sicher, ob ich auf meiner Reise noch einmal eine so schöne Herberge haben werde.
Von zietlitz aus führt der Weg rund um den Krakower See herum bis ins Städtchen Krakow, welches ich vortags schon besichtigte und nun links liegen lasse.
Der Weg führt über Alt Sammit abwechslungsreich in die Stadt Güstrow, die von Ernst Barlach dominiert wird. Kurz vor Güstrow steht in Kirch Rosin eine alte Kirche mit Hölzernem Anbau und alten Wandmalereien.


Der Weg nach Güstrow bis Bützow war etwas eintönig. Nach Bützow entschädigten dann wieder schöne Landschaften und Wiesen mit intensivem Kamillegeruch.



Tag 5: Schwaan bis Marielyst
Gestartet bei kalten, regnerischen Wetter in Schwaan. Ca 25 km bis Rostock geradelt, dort mit Freunden getroffen, die mich auf dem weiteren Weg begleiten werden. Von Rostock Hauptbahnhof dann 13-15 km durch Rostock gewurschtelt zum Überseehafen (Scandlines). Glücklicherweise hab ich auf meinem Phone die kommoot App, die mir gute Dienste leistet. Tickets gekauft, und in den Lastraum der Fähre geradelt. 2 Stunden Überfahrt; beim Aussteigen in Dänemark dann heftiger Wind, der einen fast vom Rad reisst.
Die heutige Station heißt (abweichend vom Berlin-Kopenhagen Radweg) Marielyst, ein kleines Örtchen am Meer. Bei kalten Wetter in winzige Bett&Breakfast Kämmerchen geklettert. Essen im Kro (=Krug) in Dänemark - Buffet. Sehr lecker!
Abends noch ein Radler-Abstecher um die Kälte aus den Gliedern zu treiben, dann müde ins Bett.

Tag 6: Marielyst bis Rabylille (Møn)
Gestartet bei kalten Wetter. Vorbei am schönen Uslev Strand, dort Rast. An der Küste entlang bin Subbekœbing, dort auf die Fähre nach Bogœ, übergesetzt und gleich weiter über eine enge lange Landbrücke auf die Insel Mœn. Weiter und kurz vor Stege Richtung Mons Klint. Kurz vorm Unwetter die Übernachtung in Rabylille erreicht. Wie es immer so ist - die Zeit, die man zum Anlegen der Regenkleidung braucht, fehlt einem, um trockenen Fußes das ZTiel zu erreichen :-(
Übernachtung in Persille Garden (Petersiliengarten) - lustiges Haus mit vielen
Design Ideen - vorzugsweise Gummistiefel.
Die Herbergswirtin hat uns netterweise Essen im Lokal bestellt und (mit ihrem
Auto) abgeholt.
Es gab Kylling (Hähnchen) und Schweinefleisch. Letzteres allerdings
überraschenderweise ziemlich trocken - fast schon wie Chips. Im Gegensatz zier
letzten Übernachtung ht man hier wenigstens Platz, um die Klamotten aus den
Taschen zu holen.
Abends dann noch ein Spaziergang (ohne Rad!) an den Strand. Ein schöner, wenn auch wolkiger Abendhimmel entschädigt für Wind und Regen.




Tag 7: Rabylille bis Fakse Ladeplads
Bei starken Wind, 35-45 km/h losgeradelt. Richtung Westen, Richtung Wind. In
Stege in der Brasserie Stœrebriet Sandwiches machen lassen - sehr
appetitlich!. Dann weiter im Sturm nach Presto, über die Brücke nach
Kalvehave; bei der Kirche Kalvehave Kirk am Gemäuer einen Platz im
Windschatten gefunden und die Sandwiches aus Stege vertilgt. Weiter geduckt im
Wind nach Presto, dort windgeschützt im Café (sweet and coffee, Adelgade 48,
http://www.sweetcoffee.dk
) Cappuccino und sehr leckere Waffeln mit Eis gegessen. Weiter nach Fakse
Ladeplads. Im Hafen ein hässliches Kalkwerk. Schöne ruhige Unterkunft bei
nettem älteren Herrn in einer Wohnsiedlung: Casa Betula .
Abends dann auf der Suche nach einem Restaurant. Leider hatte Wunsch-Resto am Hafen zu, deswegen in einer Art Imbiss lecker gegessen.


Tag 8: Fakse Ladeplads bis Køge
Sehr gut übernachtet, und vom Besitzer ein schönes Frühstück bereitet bekommen :-)
Bei besserem Wetter - vor allem nicht mehr so windig - losgeradelt.
Der Weg führt uns nahe der Küste über die Halbinsel Stevns nach Køge. Highlight der Fahrt ist die Steilküste (“Stevns Klint”), die man an mehreren Stellen / Aussichtspunkten betrachten kann. Der Weg selber verläuft in Küstennähe, man hat aber nicht zwangsläufig Meerblick.
Station gemacht in Store Gesinge, eine Kirche, die vormals im Landesinneren lag, und nun direkte an der Steilküste liegt - das Meer holt sich jedes Jahr ein halben Meter Land.
Ab Strøbylille verläuft der Weg dann in zunehmend industrialisiertem Gebiet. Von Köge aus - dem heutigen Etappenziel - ist die Küste durchgehend bis Kopenhagen bebaut.
Unterkunft heute etwas nördlich von Köge in Solrød Strand (www .bedandbreakfast-home.dk), ruhig in einer Einfamilienhaussiedlung, mit Strand (fast) direkt vor der Tür. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, in die Ostsee zu laufen (sehr seicht) und ein paar Züge zu schwimmen. Mehr geht geht - Luft und Wasser sind zu kalt.


Tag 9: Køge bis Kopenhagen
Im Hinterland hübsch übers leicht hügelige Land von Köge nach Kopenhagen geradelt. Etwas Orientierungsprobleme beim Durchqueren der Vororte, dann immer an der Küste, überraschenderweise fast immer im Grünen auf die Insel Amager östlich von Kopenhagen; Unterkunft dort im Dan Hostal. Sauber und nett, geräumiges Vierbettzimmer mit Du/WC. Die Fahrräder sicher in einer Art Schuppen untergebracht. Ziel erreicht!
Abends dann wunderschöner Sonnenuntergang, und am Strand von Amager das dänische Sommerwende-fest miterlebt. Ein schöner Abschluss für eine tolle Reise.




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