Radtour von Lübben nach Staaken, 120km

Der Südosten Brandenburgs ist mir noch unbekannt; höchste Zeit das zu ändern. Um 8:21 den RE2 in Spandau erwischt und um 9:33 Uhr in Lübben wieder ausgestiegen. Wie immer bei schönem Wetter ist der Zug voll von Rädern. Den Fahrschein musste ich im Zug kaufen; weder die VBB App funktionierte noch der Fahrscheinautomat.

Lübben - Waldow/Schönwalde

Vom Spreewald ist am Lübbener Bahnhof nicht viel zu sehen. Da ich meine Route - um sie einigermaßen knapp zu halten - eher geradlinig geplant habe, fahre ich auch nicht auf den Radwegen des Spreewaldes sondern schnurstracks Richtung Westen und durchquere nach kurzer Zeit Schönwalde. Dort befindet sich eine gut besuchte Kartstrecke.

Da ich in der früh nicht gefrühstückt habe und mit sehr wenig Proviant unterwegs bin, sammel ich mir erst mal ein paar Äpfel vom Wegesrand. Diese wurden aber nicht verspeist, doch dazu später.

Museumsdorf Glashütte

Nach etwa einer Stunde erreiche ich Glashütte - und bin baff. Von dem Museumsdorf hatte ich zwar schon gehört, aber die Dorfstruktur, die alten Häuser inmitten der Wälder bieten einen schönen Anblick. Zudem sehe ich links einen “Konsum”, der geöffnet hat. Im Inneren riecht es kräftig nach Geräuchertem; ich lasse mir Stullen schmieren und vom Betreiber in ein Gespräch verwickeln.

Es sind eine Menge Besucher unterwegs in Glashütte; zur Besichtugung der vielen Gebäude und Angebote bleibt leider keine Zeit. Ich lasse mir im Konsum noch zwei geräucherte Würste mitgeben, die ich kurz danach beim Radeln verzehre. Sehr lecker. Allerdings verfolgte mich der Rauchgeschmack meine ganze folgende Tour, außerdem bekam ich einen Mordsdurst, den ich mangels Getränken nicht stillen konnte.

Der Konsum-Schriftzug am Gebäude steht wohl unter Denkmalschutz - deswegen ist er erhalten geblieben. Mein Wirt - eine Plaudertasche aus dem Erzgebirge - erzählt mir zudem dass die Konsum Genossenschaften im frühesten 20. Jahrhundert entstanden und keineswegs eine Erfindung der DDR sind. Ob es stimmt weiß ich nicht.

Naturpark

Es folgt ein kurzes schönes Wegestück im Anschluss, bis man auf der B96 fahren muss, danach kurz abseits von Bundesstrassen, dann aber wieder 10 km zwischen Sperenberg und Trebbin ätzend - schnurgerade Strasse, viel befahren. Ich hab mir die Route von Kommot planen lassen. Bin bis jetzt immer angekommen, aber die Strecken sind bisweilen sehr abwechslungsreich (um es mal höflich auszudrücken).

Danach gehts ins Naturschutzgebiet Nuthe Nieplitz. Als ob der Naturcharakter betont werden müsste, gehts runter vom Asphalt und auf Plattenwege, die man solange verflucht bis man auf komplett sandigen Stücken landet. Schlimmer geht immer. Wie gesagt - abwechslungsreich, aber bei gutem Wetter machbar. Selbst mit einem Rennrad. Außerdem geht der Trend ja eh zu Crossern.

Auf nach Potsdam

Das letzte Drittel des Weges gehts dann Richtung Potsdam. Wildenbruch hab ich diesmal nur gestreift - ein Besuch lohnt aber. Die Badestelle ist klein aber fein, die Küche im Gasthof zur Linde ist ausgezeichnet. Michendorf ist dann schon zunehmend städtisch; Potsdam bei Sonnenschein wie immer wunderschön. Durchs Nauener Tor, vorbei an Alexandrowka und über Seeburg zurück.

Apfelkuchen

Ach ja - die Äpfel. Die Schmalzstullen aus Glashütte waren mir genug Wegzehrung, so dass die Äppel zu Hause landeten und kurzerhand zu einem herrlichen Apfelkuchen verarbeitet wurden.